Blower Door Test im Zillertal

Was ist eine Blower Door Messung

Der aus dem englischen übernommene Begriff „Blower – Door“ Test heißt wörtliche übersetzt in etwa „Gebläse-Tür“ oder „Ventilator-Tür“. Das mag sich im ersten Moment ein wenig grotesk anhören, ist im Prinzip aber nicht weit von der Realität entfernt. Der deutsche Fachbegriff für die Messung lautet „Differenzdruck-Messverfahren“. Bei einer Blower-Door-Messung wird eine spezielle Vorrichtung (die „Venilator-Tür“) um einen Türrahmen gespannt, die den Durchgang bis auf eine runde Öffnung für einen Ventilator komplett abdichtet.

Anschließend wird der Raum mit Hilfe des vorhin erwähnten Ventilators im wahrsten Sinne des Wortes aufgeblasen (Es entsteht ein Überdruck). Dieses Verfahren funktioniert auch umgekehrt, indem die Luft abgesaugt wird (Es entsteht ein Unterdruck).

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Info zur Blower Door Messung

Schallschutz:

Luftdichtheit ist auch Schallschutz! Einen nicht unerheblichen Beitrag zur Schallschutzqualität eines Gebäudes leistet die mehr oder minder dichte Gebäudehülle , da sich die Luftschallausbreitung über undichte Stellen ungehindert fortsetzen kann.

Förderung:

Diese Prüfung ist wichtig für die Erlangung von Förderungen und beim Einbau einer kontrollierten Lüftungsanlage. Diese funktioniert nicht richtig, wenn das Gebäude oder die Wohneinheit undichte Stellen aufweist.

Behaglichkeit:

Undichte Stellen in der konditionierten Gebäudehülle sind mitunter auch dafür verantwortlich, dass „Zugluft“ in Räumen entsteht. Leicht feststellbar bei windigem Wetter, dies mindert das Wohlbe-finden und die Behaglichkeit sowie die Wohnqualität der Immobilie.

Kondensat – Bauschäden:

Auch sind für die Schadensentstehung undichte Stellen an der konditionierten Gebäudehülle maßgeblich mitverantwortlich. Da sich an diesen Stellen Kondensat bilden kann und dadurch Schäden an der Konstruktion entstehen können.

Lüftungsanlagen:

Für den Einbau und die ordnungsgemäße Funktion einer Lüftungsanlage ist es von großer Bedeutung, dass ein Gebäude oder eine Wohnung eine entsprechende Luftdichtheit aufweist, da sonst diese Lüftungsanlagen durch Falschluftansaugung oder Entweichen an undichten Stellen zusätzlich Probleme hervorrufen können.

Ablauf - Druckprüfung:

Bei der Prüfung wird ein Überdruck bzw. Unterdruck von 50 Pascal erzeugt und die „Luftwechselrate“ festgestellt = wie oft sich das gesamte Luftvolumen im Gebäude an undichten Stellen pro Stunde austauscht.

1. Phase

In den nächsten drei Punkten erhalten Sie einen genaueren Einblick, was Sie bei einer Blower-Door-Messung erwartet:

In der ersten Phase wird ein konstanter Unterdruck von 50 Pa (Pascal) oder etwas höher erzeugt und aufrechterhalten. Während dieser Phase wird die Gebäudehüllfläche nach Leckagen (undichte Stellen) abgesucht, an denen Luft unerwünscht hereinströmt. Bei der späteren Nutzung des Gebäudes sind diese Leckagen die Stellen, an denen beheizte Innenluft nach außen entweicht. Größere Fehlstellen lassen sich bereits mit der Hand erfühlen, für kleinere benutzt man Rauchspender (Rauchmaschinen) oder Luftgeschwindigkeitsmesser. Die genauesten Messungen der Luftleckagen sind mittels Infrarotkamera möglich. Auch die Nachweisführungen der undichten Bereiche werden durch die Infrarotbilder sehr exakt und anschaulich wiedergegeben. Somit ist eine gezielte Nachbesserung der Undichtheiten an der annähernd luftdichten Ebene von Gebäuden möglich.

2. Phase

In der zweiten Phase wird ein Unterdruck aufgebaut, wobei man mit kleinen Drücken (10 bis 30 Pa) beginnt und schrittweise (z. B. in 5 bis 10 Pa-Schritten) bis auf den Enddruck (60 bis 100 Pa) erhöht. Bei jedem Schritt wird der jeweilige Luftvolumenstrom in Abhängigkeit von dem Gebäudedruck gemessen und protokolliert.

3. Phase

In der dritten Phase wird ein Überdruck erzeugt und die Messung wird analog zur Unterdruckmessung wiederholt. Bei Blower-Door-Tests wird zwischen A- und B-Messungen unterschieden. Die A-Messung ist die Endmessung im Nutzungszustand und die B-Messung wird im Rohzustand durchgeführt um die Gebäudehülle zu überprüfen.

Messung A und B

Die gültige Messnorm, DIN EN 13829 definiert 2 Durchführungsarten der Messung, abhängig von deren Ziel. Für beide Verfahren sind unterschiedliche Vorarbeiten auszuführen:

Verfahren A - Überprüfung des Gebäudes im Nutzungszustand

  • Das Objekt befindet sich im Zustand in dem Lüftungs- und Heizungsanlagen in Betrieb sind.

Verfahren B - Prüfung der Gebäudehülle

  • Test nach Einbringung der luftdichten Ebene. Absichtlich vorhandene und Einstellbare Öffnungen in der Hülle des Objektes sind temporär abzudichten.
Ablauf der Messung - Info

Um einen Blower-Door-Test erfolgreich durchzuführen, bedarf es einigen Informationen. Nachstehend die wichtigsten Fragen bzw. Vorbereitungen:

1. Ankündigung bzw. Terminabsprache ca. 3 Wochen vor der Blower-Door-Messung

2. Zusendung von Unterlagen für die Blower-Door-Messung

  • Baupläne mit Grundrissen, Schnitte, Ansichten
  • Wärmeschutznachweis, Netto-Geschoßflächenberechnung
  • Ansprechpartner/Bauleiter vor Ort mit Mobilnummer und E-Mailadresse

3. Bauzustand Gebäude

  •  ist das Gebäude fertig zur Blower-Door-Messung?
  • - sind alle Öffnungen in der Gebäudehülle verschlossen?
  • (Fenster, Türen, Tore, Lüftungsanlagen, RWA-Klappen, Kernbohrungen, etc.)
  • bei großen Wandhöhen muss ein Gerüst, Fahrgerüst oder Arbeitsbühne bereitstehen
  • Ist eine Stromversorgung auf mehreren Stromkreisen vorhanden?
  • Während des Blower-Door-Tests kein Zugang möglich, evtl. Handwerker informieren.
  • Während des Blower-Door-Tests sollte ein verantwortlicher Ansprechpartner zur Verfügung stehen oder erreichbar sein.

Sofern Unsicherheiten bestehen kann auch im Voraus ein Besichtigungstermin durchgeführt werden.